Wintersaison in Zermatt

Zwischen Abenteuer, Herausforderung und echter Leidenschaft - bis zu elf Hunde in einer Gondel und eisiger Wind auf fast 3000 Metern – wir blicken auf eine aufregende Wintersaison zurück.

Wie alles begann

Im Juli 2025 erreichte uns eine Anfrage von Husky Zermatt, ob wir uns eine Kooperation für Schlittenhundefahrten vorstellen könnten. Wow…und so schnell wurden unsere Gedanken und Pläne neu gemischt. Abwägen, unzählige Gespräche und formelle Herausforderungen standen uns bevor.

Zum Glück hatten wir mit Gianni von Husky Zermatt einen starken Partner an unserer Seite. Als einheimischer Bergführer verfügt er über wertvolle Kontakte und jahrelange Tourismus-Erfahrung in Zermatt. Wie sich herausstellte, war er für Michi kein Unbekannter – die beiden hatten sich bereits Jahre zuvor bei einer Bergtour kennengelernt

Vorbereitungen & Start

Die erste Entscheidung war getroffen und wir waren uns einig, das Engagement wahrzunehmen, auch wenn die Genehmigung für unser Camp auf Furi (1867m ü.M.) noch ausstand. In der Hoffnung auf grünes Licht starteten wir bereits im September mit dem Bau der Zwingeranlage und bestellten kurz darauf die Jurte.

Mitte Dezember ging es los: wir bezogen eine Pension im nahegelegenen Randa, die ersten Buchungen standen an und die Premiere auf dem «Trockener Steg» (2939m ü. M.) rückte näher. Zuvor musste jedoch der Platz dort oben eingerichtet werden – mitten im Winter, bei harter Bodenarbeit und einer grossen Menge an Material, das nach oben transportiert werden musste.

Am Tag der Premiere war die Anspannung deutlich spürbar. Nicht nur bei uns – auch die Hunde wirkten etwas nervös, gleichzeitig aber mehr als bereit für die Saison. Zermatt ist autofrei…daher ging es mit dem Sprinter nach Zermatt, dort aufs Elektrofahrzeug (ja, mit allen Hunden, dieses Mal waren es «nur» zwölf), dann zur Bergbahn und in die Gondel. Von dort an hatten wir die Hunde an Leinen an einem Bauchgurt an uns – jeder in diesem Fall sechs. Angekommen auf «Trockener Steg» holten wir nach einem kurzen Fussmarsch die Schlitten aus dem Schlittendepot, spannten die Hunde ein und fuhren entlang der Piste runter zum eingerichteten Platz. Nun hatten die Hunde am Stakeout noch kurz Zeit sich an die Höhe zu gewöhnen bevor Gianni bereits mit der ersten Gästegruppe kam. Alles lief reibungslos und wir waren sehr zufrieden mit dem Auftakt
Am Nachmittag ging es denselben Weg wieder zurück bis zur Pension, wo wir zunächst die Hunde und später auch uns selbst versorgten. Für uns stand nach wie vor fest: die Unterkunft in Randa ist nur eine Übergangslösung. Denn der Weg von dort bis hoch auf «Trockener Steg» ist auf eine ganze Saison gesehen zu lang und die fehlender Zwingeranlage bedeutete, dass die Hunde die Nacht in den Hundeboxen auf dem Sprinter verbrachten.

Aufbau, Campleben und neue Routinen

Der Dezember verging mit einigen kurzen Sessions in Zermatt und Events in der Ostschweiz schnell. Anfang Januar kam endlich die Genehmigung für das temporäre Errichten des Camps auf Furi. Was für eine Erleichterung. Innerhalb von 10 Tagen haben wir mit grosser Unterstützung von allen Seiten einen Bauwagen (inklusive Sauna) gebaut und den Jurtenboden gefertigt. Eine intensive Zeit, in der insbesondere Michi mit unglaublichem Einsatz und Willen voranging.

Mitte Januar errichteten wir mit einem Team von rund zehn Leuten das Camp. Von da an fuhren wir bis Ende März unsere Gästetouren. Das Leben im Camp war etwas Besonderes: so nah bei den Hunden, so unmittelbar in der Natur und gleichzeitig so reduziert auf das Wesentliche. Nach den Touren war der Tag jedoch noch lange nicht vorbei: Hunde versorgen, Holz machen, das WC leeren, Wasser holen, anfeuern – und natürlich ein gemeinsames Zvieri mit Gianni mitten im Rudel.

Wir waren dann meist eine Woche in Zermatt und eine Woche in der Ostschweiz im Einsatz. Mit jeder Session wurden wir sicherer und auch die Hunde gewöhnten sich immer besser an die aussergewöhnlichen Abläufe – selbst an die Enge in einer Gondel mit bis zu 11 Hunden.

Herausforderungen & besondere Momente

Natürlich lief nicht immer alles reibungslos. Raue Wetterbedingungen, Lawinengefahr, gesperrte Strassen oder chaotische Leinenmomente forderten uns immer wieder heraus. Besonders in Erinnerung bleibt die Situation, als wir kurzfristig mit 20 Hunden auf den Zug ausweichen mussten. Am Ticketschalter sagte Michi, dass er gerne eine Gruppenreise buchen würde. Für 2 Erwachsene und 20 Hunde. Der Angestellte musste lachen. Doch genau solche Momente gehören dazu. Und sie zeigen, wie viel wir gemeinsam mit den Hunden bewältigen können.

Rückblick & Ausblick

Wir können mit grosser Dankbarkeit, Zufriedenheit, Stolz auf unsere Hunde und einem Zugewinn an vielen neuen Erfahrungen auf die Saison zurückblicken. Mit jeder Herausforderung sind wir ein Stück gewachsen.

Ein grosses Dankeschön von Herzen an alle Beteiligten des Zermatt-Projekts, unsere Gäste für die bereichernden Begegnungen sowie unsere Familien und Mitarbeitenden für ihre Unterstützung.

Wir hoffen sehr, dass dies nicht das Ende unseres Engagements in Zermatt war. Noch braucht es etwas Geduld, noch brauchen wir die eine oder andere Bewilligung – doch die Planungen laufen bereits. Denn eines ist sicher: die nächste Wintersaison kommt – und wir sind bereit, wieder alles zu geben.

Bilder: Luzi Schaller, Huskystuff